“Gedisst” von Daniel Höra

Gedisst“Es fing damit an, dass ich von meiner Oma zurückkam, die auch bei uns in der Siedlung wohnte. Ich ging oft zum Mittagessen bei ihr vorbei. Sie war uralt. Bestimmt schon sechzig, aber sonst ganz okay. Und ihr Essen war nicht übel.
Aber ich wollte eigentlich von Frau Neuhaus erzählen. Mit der fing die Geschichte nämlich an. Um drei Uhr nachmittags hatte eine Nachbarin sie halb totgeschlagen in ihrer Wohnung gefunden, und eine halbe Stunde später standen bei uns auch schon die Cops auf der Matte. Beachtlich, wo die sonst immer so lange brauchten. Besonders, wenn sie zu uns in die Siedlung mussten…”

Als eine alte Frau in ihrer Wohnung erschlagen wird, gibt es keinen Zweifel für Polizei, Nachbarschaft und Clique: Alex hat sie umgebracht! Alles deutet auf ihn, denn kurz davor hatte er Frau Neuhaus die Einkaufstasche nach Hause getragen und ihr dabei 50 Euro geklaut. Außerdem sind Stehlen, Verprügeln und ähnliche Straftaten in der Platte etwas Alltägliches, und Alex hatte schon öfter Ärger mit der Polizei…
Nur seine Familie, sein Freund Fetcher und seine neu gewonnene Freundin Debbie halten zu ihm. Und gemeinsam schmieden sie einen vollkommen idiotischen Plan: Sie wollen den wahren Täter finden, um Alex’ Unschuld zu beweisen. Dass das nur schiefgehen kann, war ja klar. Nur durch ein Wunder wird Alex gerettet.

Dieser Jugendroman mit dem provozierenden Titel hat mit gut gefallen. die Sprache mag zwar etwas einfach sein, aber es ist sehr spannend zu beobachten, wie Alex sozusagen als “Nebenwirkung” des Vorfalls nach und nach seine Welt mit anderen Augen zu sehen beginnt.

Astrid

Autor: Daniel Höra
Titel: Gedisst
Verlag: Bloomsbury
ISBN: 978-3-8270-5361-9
Preis: 9,90 €

2 Reaktionen zu ““Gedisst” von Daniel Höra”

  1. Utzisch

    Ich musste zu diesem Buch ein Portfolio machen und mir hat es auch gut gefallen ;)

  2. Fabian

    Ich habe das Buch vor kurzem ebenfalls gelesen, und glaube, dass dabei weniger der Stil, sondern mehr der Sinn im Vordergrund steht. Dass Alex mehr und mehr merkt, dass er die ganze Zeit vor dem Vorfall in dem Umfeld lebte, das jetzt am liebsten seinen tot will.

    Ich würde das Buch jedem empfehlen, der gerne Jugendbücher liest und mit der Umgangssprache zurechtkommt.

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